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Weniger Kunst und Musik an den Schulen?

In der sächsischen Landesregierung gibt es Pläne, die Zahl der Wochenstunden zu reduzieren, um den Lehrermangel abzufedern. Welche Fächer sind betroffen? Kunst, Musik, die zweite Fremdsprache und Sport. Zwar will das Dresdner Kultusministerium mehr digitale und politische Bildung in die Schulen bringen (sehr zu begrüßen!), aber dafür scheinbar willkürlich bei den Nebenfächer zu kürzen, finde ich problematisch. Sie sind wichtiger Bestandteil der Allgemeinbildung. Warum entschlackt man nicht beispielsweise Mathe oder Physik?

Noch ist nichts beschlossen, aber die Idee allein ist besorgniserregend. Ja! Schule braucht Veränderungen. Veraltete Lehrpläne und überholte Gewohnheiten frustrieren nicht nur Schüler_innen, auch Eltern und künftige Arbeitgeber_innen. Mit vielen Entwicklungen unserer Gesellschaft hält das Bildungssystem schon lange nicht mehr mit.

Deshalb sollte es eine breit angelegte Debatte darüber geben, was Schule in einer digitalen Gesellschaft leisten kann und leisten muss. Zum Muss gehört für mich kulturelle Bildung dazu. Ein Grund, warum es den Freundeskreis gibt, ist der Mangel an Kulturangeboten im ländlichen Raum. Jetzt will sich auch noch die Schule aus diesem Feld zurückziehen?

Übrigens: Tatsache ist auch, dass sich viele Kinder viel zu wenig bewegen. Deshalb müsste es auch beim Thema Sport heißen: Statt weniger – MEHR!

Susanne Lembke

Immer weniger Deutsche spenden Geld

Eine Statistik lässt uns heute aufhorchen: Die Zahl der Spender_innen in Deutschland ist auf einen Tiefstand gesunken. Rund 21 Millionen Menschen gaben im vergangenen Jahr Geld an gemeinnützige Organisationen (Quelle GfK). Das ist ein Rückgang von neun Prozent und der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2005. Allerdings kompensierten die verbliebenen Spender_innen den Trend, denn das Gesamtaufkommen blieb stabil.

Was uns freut, ist, dass die Spenden an die Kultur- und Denkmalpflege zugelegt haben. Als Verein, der genau in diesem Bereich tätig ist, wissen wir, wie wichtig – ja überlebenswichtig – diese Unterstützung ist. Wir hoffen, dass es auch dieses Jahr wieder Menschen gibt, die unsere Arbeit gut und unterstützenswert finden.

Erntedankgaben für die KiTa

Es will ein guter Brauch werden, dass die KiTa Drachenburg aus Kötzschlitz in den Tagen nach dem Erntedankgottesdienst in die Horburger Dorfkirche kommt. Der Freundeskreis Horburger Madonna empfängt die Kinder auch in diesem Jahr zu einem kleinen Erntedankfest mit Musik, Geschichten und leckerem Kuchen. Die musikalische Umrahmung übernimmt diesmal Johannes B., ein Gitarrist aus Leipzig. Lieder des Danks werden ebenso gesungen, wie das Lied in dem der Herbst auf die Leiter steigt. Die Kinder hören über den Brauch des Erntedanks und seine Geschichte. Und wir danken gemeinsam für die Früchte der Erde und der Arbeit.

Die Freude ist immer groß, wenn die Erntedankgaben auf Handwagen verpackt und zurück zur KiTa gefahren werden, denn für den Kindergarten sind die Gaben bestimmt. Karoline, Eli, Rio und Ilvi, Isa, Eva und Tristan holen vor dem Gottesdienst auch in diesem Jahr die Erntegabe ein. Haus für Haus bitten sie um die Erntegaben für den Erntedankgottesdienst am Sonntag. Doch vorher gilt es noch gemeinsam all die Blumen, Gemüse und Früchte, sogar Schokolade, Nutella und Backzutaten sind dabei, im Altarraum neben der Erntekrone zu arrangieren. Am Ende assistiert dabei Christa den Erntedank-Neulingen, damit die wunderbare Tradition auch 2017 unverwechselbar mit Horburger Handschrift weiter geführt werden kann.

 

Geschichte kennen – Zukunft gestalten

„Gott und die Welt. Religion macht Geschichte“, so lautete das Thema eines bundesweiten Wettbewerbs des Bundespräsidenten. Schüler waren aufgerufen, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, welche geschichtliche und aktuelle Relevanz Glaube und Religion haben. Entstanden sind hunderte spannende Beiträge von Kinder und Jugendlichen (Link zum Wettbewerb und seinen Preisträgern). In Sachsen-Anhalt wurden 14 Preise vergeben. Darunter ist ein Kinderkirchenführer, erstellt von Fünft- und Sechstklässlern aus Droyßig.

Auch wir überlegen, wie wir Kinder und Jugendliche gewinnen können, sich mit der Horburger Kirche auseinanderzusetzen, die weithin sichtbar das Dorfbild bestimmt. In der Liste der Preisträger lassen sich einige interessante Ansätze finden. Schön wäre es, wenn sich auch unsere Schulen in Kötzschau, Zöschen und Merseburg davon inspirieren lassen würden.

Fleißarbeit

Sachsen hat eine Liste seiner Kulturdenkmäler im Internet zusammengefasst. Die Informationen können per Klick auf einer Karte oder per Eingabe eines Ortes oder eines bestimmten Denkmals in einer Suchmaske abgerufen werden. Gibt man z.B. den Namen unseres Nachbarn „Kleinliebenau“ ein, findet man die Kirche mit einer Kurzbeschreibung. Wir finden: Toller Service! Hier ist übrigens der Link:

https://lsnq.de/denkmalkarte

Erstellt wurde das Verzeichnis vom Landesamt für Denkmalpflege, das die Liste eigenen Angaben zufolge regelmäßig aktualisieren will.

Tierisches

„Tierisches“ – so lautete das Motto für unsere vierte Lesenacht. Wir haben uns diesmal selbst ungläubig gefragt: „War das wirklich schon unsere vierte Lesenacht?“ Ja, war es. Und sie wächst uns von mal zu mal mehr ans Herz. Zwar ist die Vorbereitung aufwendig – die Geschichten müssen ausgewählt, die Rollen verteilt (wir hatten ein kleines Puppentheaterstück eingeübt), die Figuren für das Schattentheater gebastelt, ein „Lümmelager“ in der Kirche eingerichtet werden. Aber die Begeisterung der Kinder ist für uns große Motivation, die Lesenacht auch im nächsten Jahr wieder in unser Programm aufzunehmen.

Einen Teil der Geschichten erzählten wir diesmal dort, wo die Tiere auch zu Hause sind: auf dem Hof an der Mühle (Foto). Schafe, Schwein, Kaninchen, Hühner, Pferde und Hofhund „Lilo“ konnten gestreichelt oder gefüttert werden. Dazu gab es selbsterlebte Geschichten – z.B. die vom ausgebüchsten Hängebauchschwein, das sich zwei Pilgerinnen anschloss und sie bis in den Nachbarort begleitete.

Gut angenommen wurde die Idee, ein Lesezeichen zu basteln. Das Angebot wollen wir gern zur Tradition werden lassen. Es gibt also schon wieder Ideen für die nächste Lesenacht.