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Dorfkirchenexkursion am Samstag

Am kommenden Samstag, am 22. Juni 2019, laden wir gemeinsam mit dem VDKSA zur Dorfkirchenexkusion links und rechts der A9 ein. Wir wollen mit den Fördervereinen an den Kirchen ins Gespräch kommen und damit zu einem Erfahrungsaustausch über gelingendes Engagement für das sakrale Kulturerbe.

Das Programm:

  1. Rittergutskirche Kleinliebenau, Kirche für 1 Euro zu verkaufen. Heute kultureller Hotspot. Gesprächspartner: H. Mroska
  2. St. Nikolai Kitzen, Eine Frau lässt nicht locker. Ein romanisches Kleinod kehrt zurück. Gesprächspartnerin: Dr. I. Riedel
  3. Taufkirche Röcken, Ein besonderer Ort. Nietzsche als Zukunftsgarant!? Gesprächspartner: Pfr. A. Pra
  4. Kirche Altranstädt, Dorfkirche mit einem Schloss und einem historischen Vermächtnis Gesprächspartner: W. Heinichen

Wer Lust und Energie hat, kann kurz vor Erreichen des Parkplatzes am Autobahnsee Kleinliebenau noch einen Blick in die Horburger Marienkirche mit der Horburger Madonna werfen.

Beginn : 9.30 Uhr an der Rittergutskirche von Kleinliebenau (Gemeinde Schkeuditz, OT Kleinliebenau). Rückkehr gegen 18 Uhr. Die Exkursion ist für jedermann offen und kostenlos. Vor Ort werden Fahrgemeinschaften gegründet. Mittagstisch für Selbstzahler in Lützen.P

ADFC Leipzig on tour

Es wird wohl eine Tradition werden!? Zum dritten Male kamen Fahrradbegeisterte mit einer organisierten Tour zur Horburger Madonna. Frauen und Männer ganz unterschiedlichen Alters waren da versammelt, aber alle gleichermaßen agil, neugierig, kundig und mit einer großen Liebe zur Auelandschaft unterwegs. In der Kirchenführung spielten nicht nur Kunst und Geschichte eine Rolle, sondern gleichermaßen auch Baupläne, die kommenden Kultur- und Bildungsprojekte, Maria 2.0, katholische Wallfahrten nach Horburg oder die herausfordernden Strukturreformen, die auch in der Sächsischen Landeskirche vollzogen werden. Insofern hatten wir auch ein gemeinsames Werkstattgespräch über Zukunftsfragen.

Anschließend wurden die Gespräche im nahen Mühlenhof am Wald, auf dem Boden der alten Horeburc fortgesetzt. Auch dort ging es um Geschichte. Es ging aber auch um das Schöner Wohnen im Grünen, die Landlust und das Wohnen im Denkmal. Schnell stellt sich im Gespräch das „Ja, aber…“ein. Wie ist das nun mit den Rechtsgesinnten im Dorf, gibt es noch die alte soziale Kontrolle, wer lässt den baulichen Wildwuchs im Dorf zu, wie kann in Zukunft die ständige PKW-Nutzung gerechtfertigt werden…? Viel Interesse, manche Stereotypen, einige Vorurteile über das Leben auf dem Dorf 2019. So, wie wir sie auch selber haben.

Wir reden weiter. Im nächsten Jahr. Jetzt danken wir für die kollektive Spende, die sogleich in die Finanzierung der nächsten Fenster von Jochem Poensgen fließen wird.

Gute Resonanz bei unserem Kirchencafé

Recht kurzfristig hatten wir beschlossen, erstmals am Himmelfahrtstag das Kirchencafé zu öffnen. Am Mittag wurde ein kleines Kuchenbuffet aufgebaut, wurden Tische auf die Wiese gestellt und die Kaffeemaschine angeworfen. Zu unserer großen Freude ließen die ersten Gäste nicht lange auf sich warten. Sie kamen in die Kirche, um die Ruhe zu genießen, den Turm zu besteigen oder bei einer Führung mit unserer Vereinsvorsitzenden der Geschichte der Madonna zu lauschen. Unter den Gästen waren Pilger*innen, Radfahr-Gruppen, Tourist*innen – sogar zwei Herren aus Bremen! – aber auch „feierfreudige“ Männer, die in unserer „Oase“ eine kleine Pause einlegten.

Wir haben das große Interesse für die Kirche, die Madonna und unseren Verein genossen. Es zeigte auch, dass nicht nur Christen und Christinnen eine offene Dorfkirche zu schätzen wissen, sondern auch Menschen, die sich zu keiner Religion bekennen, aber dennoch das Angebot annehmen, um die besondere Atmosphäre von Kirchräumen auf sich wirken zu lassen.

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Schönstes Kirchenfoto gekürt

Die schönsten Kirchenfotos des Fotowettbewerbs der KiBa und der KD-Bank sind in diesem Jahr Motive aus Mittel- und Norddeutschland. Den ersten Preis bekam eine Luftaufnahme der Pauluskirche in Halle. Darauf wirke die rote Kirche wie ein pulsierendes Herz inmitten der sie umgebenden Straßen, so die Jury.

Auf Platz zwei wählte die Jury ein Foto vom Erfurter Domberg. Mit dem dritten Preis wurde eine Aufnahme der Dorfkirche in Groß-Zicker auf Rügen ausgezeichnet.

Der Wettbewerb stand unter dem Motto „Kirche(n) öffnen – Kirche als öffentlicher Raum“. Und wer sich die prämierten Fotos anschauen möchte – hier entlang: Fotowettbewerb

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Wir sind Preisträger

Jedes Jahr lobt die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland EKM den Ehrenamtspreis „Goldener Kirchturm 2018“ für Kirchbauvereine aus. Damit wird das Engagement für herausragende Bau- und Restaurierungsprojekte sowie für die spirituelle und kulturelle Belebung von Kirchen gewürdigt. Der Abschluss unseres Bauabschnittes I mit dem Standortwechsel der Horburger Madonna und dem Einbau der Poensgen-Fenster war uns Anstoß dafür, einen Wettbewerbsbeitrag einzureichen.

Für seine Arbeit wird dem Freundeskreis Horburger Madonna der 2. Preis, dotiert mit 1.500 EUR, zuerkannt. Die Jury um den Beauftragten Probst Ch. Hackbeil hat sich dafür einstimmig ausgesprochen. In der Würdigung wird auf die partnerschaftliche Ermöglichung der baulichen und restauratorischen Revitalisierung des Kirchenraumes eingegangen, vielmehr aber noch auf die „großartige professionelle Kommunikation“ sowie die weitreichende und wirkungsvolle Vernetzung des Freundeskreises Horburger Madonna – Voraussetzungen, die das erfolgreiche Wirken im Einzelnen erst möglich machen.

Wir sind dankbar für diese Würdigung. Sie motiviert uns für Kommendes. Am 1. Juni 2019 wird im Dom zu Stendal die feierliche Preisverleihung erfolgen.

Unser Preisgeld wird sogleich in die nächsten Aufgaben, die Komplettierung der Horburger Fensterausstattung, fließen.


Rezension

Rezension

Dietmar Sauer Architects (Hrsg.) Kirchen revitalisieren. Orte prägen. edition winterwork 2019, 345 S., farbige Abbildungen, 69,90 EUR ISBN 978-3-96014-558-5

Das vorgelegte Buch ist ein Mutmacher geworden, ein Mutmacher für all diejenigen, die gerade in Strukturdebatten festhängen, vor Bauaufgaben kapitulieren oder um die Zukunft ihrer Dorfkirche bangen. Manche Kirchgemeinde macht sich auf den Weg und wagt Zukunft. Das ist ein starkes Signal nach innen und nach außen. Dabei geht es keineswegs nur um das Bauen im Sinne von Schadensbehebung. Es geht um die umfassende Revitalisierung von Kirchenräumen und um die Freilegung der geistlichen Kraft des Ortes für unsere Zeit.

Die Köthener Architekten der Gruppe um Dietmar Sauer (www.architektsauer.de) legen ein eindrucksvolle Bilanz ihres Schaffens für das sakrale Kulturerbe in Sachsen-Anhalt vor. In 25 Reportagen aus den Jahren 1992 bis 2018 werden Kirchbauprojekte vorgestellt. Darunter sind solche für Dome und Stadtkirchen, für kleine und kleinste Dorfkirchen. Das Domstift zu Stendal, die Köthener Stadtkirche St. Jacob, die Dorfkirchen von Zehringen, Reppichau, Neeken, Horburg, Großbadegast, Zehbitz oder Mühlstedt gehören dazu.

Die Lektüre macht eines deutlich: Kirchgemeinden brauchen für eine gelingende Revitalisierung ihrer Kirche zuallererst eine strategisch ausgerichtete Vergewisserung darüber, wer sie sind, woher sie kommen und wohin sie gehen wollen. Wenn das gelingt, entstehen im Dialog mit den Architekten wegweisende Lösungen. Die reichen von der liturgischen Neuordnung des Raumes, über Nutzungserweiterungen bis zum Einbau von Teeküche, Sanitärraum und Winterkirche. Sie beinhalten funktionale und technische Komplettierungen, spezielle bauliche Lösungen und die vorbildliche Umsetzung der denkmalpflegerischen Aufgabenstellung. Gleichrangig werden das Farb- und Lichtkonzept sowie neue künstlerische Akzentuierungen behandelt. Schließlich gehören Fragen der Prozesssteuerung sowie der Kosten- und Finanzierungsplan dazu. Einige der Projekte beinhalten auch Glocken- und Orgelsanierungen oder Freiraumgestaltungen, darunter die gelungene Sanierung des historischen Kirchhofes von Baasdorf.

Für die fünfundzwanzig Kirchen sind die Projekt- und Prozessverläufe anschaulich beschrieben und ausgezeichnet illustriert. Dabei fehlen nicht die Vorher-Nachher-Fotos, Detailaufnahmen, Aufnahmen von Arbeitssituationen, Visualisierungen, technische Dokumentationen, Entwurfszeichnungen und Pläne sowie die faszinierenden Großaufnahmen der fertiggestellten Kirchen. Manche Kirche war vorher eine Ruine gewesen. Nun erstrahlt sie in bestechender Farbigkeit. Faszinierende Deckengestaltungen, beeindruckende Altar- und Chorwände, formschöne Patrozinien, zeitgenössische Glasfenster von Thomas Kuzio über Jochem Poensgen bis Tony Cragg sind Realität geworden. Kein Betrachter und Besucher wird sich der neuen spirituellen Kraft entziehen können.

Das Buch besticht nicht zuletzt mit seinen Fotografien. Es macht Lust, für das sakrale Kulturerbe aktiv zu werden. Für viele Leser wird es ein Reiseverführer zu den hoffentlich Offenen Kirchen sein. Was für eine Schönheit in unseren Dorfkirchen!