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Fachtagung für Kirchbau- und Fördervereine

Am kommenden Samstag, am 16.11.2019, 10 Uhr, lädt der Verband der Kirchbau- und Fördervereine VDKSA in die Kirche St. Georg nach Dessau ein. Unter dem Titel „Alles was Recht ist. Kirchbau- und Fördervereine zwischen Sicherheit und Risiko“ werden Fragen erörtert, wie die Arbeit der Freiwilligen in den Vereinen sicherer und professioneller gemacht werden kann.

Grüße nach Halle und Leipzig

Kaum zählbar sind die Kirchenführungen über das Jahr durch die Horburger Marienkirche. Manche kommen spontan zustande, so wie heute morgen beim Aufschließen der Kirche, die ja eine Offene Kirche ist. Zwei holländische Pilger warteten nach ihrem Frühstück in der Horburger Samariterherberge schon darauf die Horburger Madonna sehen zu können.

Wir freuen uns auch jedes Mal, wenn Kirchgemeinden hierher zu Besuch kommen. Gestern durften wir eine Gruppe aus der Hallenser Evangelischen Paulusgemeinde begrüßen. Für uns ist nicht mehr überraschend, dass das Erleben der Horburger Marienkirche für viele Besucher – gerade auch die, die eher aus der Nähe kommen – überraschend ist. Oftmals heißt es dann : „Dass wir davon keine Ahnung hatten, dass wir nicht schon längst einmal hier waren…“.

In der kommenden Woche werden die unlängst fusionierten katholischen Kirchgemeinden aus dem Leipziger Norden ihre gemeinschaftsfördernde Pilgertour durch die Aue von Wahren nach Horburg antreten. Auch an diesem Tage wird es eine Kirchenführung, wird es eine Kaffeetafel und selbstverständlich eine Andacht geben. Wir sagen jetzt schon Buen Camino.

Architektur des Lichts. Poensgen in Horburg.

Fünf Texttafeln zur Ausstellung „Architektur des Lichts. Poensgen in Horburg.“ anlässlich des Tages des Offenen Denkmals 2019 berichten über die künstlerische Idee, die künstlerische Handschrift und den Entstehungsprozess der Horburger Fenster. Erstmalig werden die künstlerischen Entwürfe für sämtliche Fenster der Marienkirche der Öffentlichkeit präsentiert.

In stündlichen Führungen wird anhand unterschiedlichster Materialien, „Fensterelemente“ und Arbeitsproben außerdem Einblick gegeben in den Schaffensprozess in der Glaswerkstatt Schneemelcher in Quedlinburg. Deren Meisterschaft sichert Hand in Hand mit dem Künster sakrale Glaskunst von hohem Rang.

I HORBURGER MADONNA UND DAS NEUE KLEID AUS LICHT

Die Horburger Madonna macht die kleine Pilgerkirche in der Aue zu einem Mekka der Kunstfreunde. Die Skulptur des Naumburger Meisters aus der Zeit um 1250 verbindet Horburg mit den Domen von Naumburg, Meißen und Merseburg. Seine Bildwerke zählen zu den bedeutendsten Kunstwerken des europäischen Mittelalters.

Ein solches Meisterwerk der Gotik stand als Weinende Madonna von Horburg Jahrhunderte lang im Zentrum einer florierenden Wallfahrt.

Die spätere Geschichte der Horburger Madonna ist bewegt. Sie erlebte Reformation, Bildersturm, Verschwinden, Vergessen, Wiederentdeckung und erneutes Vergessen. Seit einigen Jahren wächst kontinuierlich das Interesse von Kunstfreunden, von Pilgern und von Menschen, die eigens zum Gebet hierher kommen.

Die Madonna ist angekommen in der Gegenwart. Sie ist unser aller Kulturerbe. Mit bürgerschaftlichem Engagement und in Partnerschaft mit der Kirchgemeinde wird es für den Kunstschatz in der Dorfkirche auch eine Zukunft geben.

Folgerichtig wird die Horburger Marienkirche mit architekturbezogener Glasmalerei von hohem künstlerischen Rang einen Fingerabdruck unserer Zeit erhalten. Wir stellen erstmals die Entwürfe sämtlicher Kirchenfenster von Jochem Poensgen vor. Seine Madonnenfenster verbinden Horburg mit Kirchen und Kathedralen in ganz Europa und den USA.

II KIRCHENFENSTER UND RAUMBILD

Die Ausdruckskraft des gotischen Meisterwerkes von Horburg verlangt nach einem Kontrapunkt im ikonographischen Bildprogramm. Der wird mit den zukünftigen Kirchenfenstern gesetzt sein. Architektur, Licht und Kunst werden zu einer neuen Einheit und spirituellen Qualität verschmelzen.

Seit jeher prägen Kirchenfenster das Raumbild, die Atmosphäre und den liturgischen Charakter einer Kirche. Bestechend wirken die farbstarken Monumentalfenster in gotischen Kathedralen oder auch die modernen expressiven Glasmalereien eines Neo Rauch, Tony Cragg oder Günter Grohs in Kirchen unserer Region.

Die künstlerische Handschrift von Jochem Poensgen – er gehört in den Kreis der namhaftesten Glasmaler unserer Zeit – tritt in einen diskreten Dialog mit dem Werk des Naumburger Meisters. Seine Gestaltung konkurriert nicht. Sie stiehlt nichts von der Größe, Erhabenheit und Schönheit des gotischen Meisterwerks. Behutsam und dennoch ausdrucksstark kleidet Poensgen die Madonna in ein Kleid aus Sonne und schlägt damit den bildhaften Bogen zur Offenbarung des Johannes.

Seine Glaskunst verschmilzt organisch mit Architektur, Raumausdruck und Kunstausstattung der Kirche.

III DIE KÜNSTLERISCHE HANDSCHRIFT

Neben den kleinen gotischen Fensterformaten stehen die großen Fensterdurchbrüche des ausgehenden 19. Jahrhundert. Die inzwischen verschlissenen Fenster wurden nach 1930 installiert.

Die ersten beiden Fenster, die mittlerweile die Horburger Madonna am neuen Standort rahmen, zeigen  das künstlerische Kompositionsprinzip für die Gesamtausstattung. Der Stil Jochem Poensgens wirkt mathematisch, seriell, abstrakt, graphisch und computeraffin. Eine gedankliche Verbindung zu Moholy Nagy stellt sich ein. Poensgen gilt manchen als asketisch und kühl. Mit seinen Arbeiten darf der „coole Poensgen“ der klassischen Moderne zugerechnet werden. Seine Ausbildung in Wuppertal, die Jahre in Düsseldorf, aber mehr noch seine Wahlverwandtschaft zur französischen Kunst der Gegenwart haben Jahrzehnte lang seine künstlerische Haltung geformt.

Nicht Form, Figur und Farbe sind Kern seiner künstlerischen Auffassung, sondern die Modulation des Lichts durch Sonnenstand, Schattenspiel, Vegetation, Witterung und Jahreszeit. Die Außenseite der Fenster wird sorgfältig mit einer eigenen Ästhetik gestaltet.

Farbe scheint in der Gestaltung Poensgens beinahe nebensächlich. Er verlässt den Pfad der Glasmalerei und stellt seine Gestaltung in den Dienst der Architektur und des Raumes. Das ist auch eindrucksvoll in der Klosterkirche von Jerichow zu erleben.

IV KOMPOSITION DER SAAL- UND CHORFENSTER

Seinen künstlerischen Entwurf entwickelt Poensgen stets aus einem komplett durchkomponierten Grundelement heraus. Es zeigt bereits alle Merkmale von Geometrie, Material und Farbfassung, die im endgültigen Fenster durch Variationen ihre Vollendung finden.

Das Grundelement und die Entwurfszeichnungen werden ergänzt durch die sog. Bemusterung und die Fertigung eines Probefensters in Gemeinschaft von Künstler und ausführender Werkstatt. Dazu gehören die Auswahl der Gläser, der Farben und des Bleis. Ein schriftlicher Ausführungskommentar enthält sämtliche Gestaltungsdetails und Arbeitsanweisungen, die für die spätere Fensterfertigung notwendig sind. Auf Basis von Bemusterung, Probefenster und Kommentierung wird die Fertigung Gläser beauftragt. Der Werkstattmeister interpretiert den Entwurf im Beisein des Künstlers auf dem Leuchttisch. Durch Farbaufträge in Silbergelb und das Einbrennen bei 630 Grad Celsius entsteht die erwünschte Intensität und Leuchtkraft der Gläser.

Der Variationsreichtum entsteht durch die behutsame Modulation der Geometrie, des Farbspektrums von orangegelb und gelb, über Grau- und Weißtöne sowie die Kombination von Klar- und Mattgläsern. Weitere Elemente der Gestaltung sind das sorgfältig ausgearbeitete Bleinetz als „grafisches“ Element sowie die Plastizität, Nuancierung, Tiefe und Blasierung des Glases.

Gearbeitet wird mit mundgeblasenen Echtantikopalgläsern aus der Glashütte Lamberts in Waldsassen.

Erst die exzellente künstlerische und handwerkliche Partnerschaft mit der namhaften Glaswerkstatt Schneemelcher in Quedlinburg gibt der künstlerischen Idee ihre endgültige Gestalt als Kirchenfenster.

V HORBURGER GLASMALEREI – VARIATIONEN

Den künstlerischen Höhepunkt bilden die beiden Fenster links und rechts der Horburger Madonna. Ihre beeindruckende Wirkung beziehen sie aus den Formen und Farben der sog. Wolkenscheiben, aus dem durchkomponierten Bleinetz und der seriellen Wiederholung des Grundelements. Die Sonne lässt im Umfeld pointillistische Teppiche von blassgelb, grünlich bis zu tief leuchtendem Orangerot entstehen.

Eine Betonung erhalten auch die zukünftigen Chorfenster, indem die Geometrie der Glaselemente in den Maßen des definierten Rasters verändert wird. Die Farbwolken werden blasser, treten jedoch durch ihre abgewandelte Positionierung und die rechteckigen Raster auf der Fläche hervor.

Je weiter entfernt die Fenster von der Madonna positioniert sind, um so „lichter“ und in der Wirkung zurückgenommener werden in feinen Abstufungen die klaren, weißen und grauen Fensterelemente. Somit entsteht ein Crescendo des künstlerischen Ausdrucks von der Nordwand über den Chor bis hin zur Madonna.

Ein Solitär werden die drei Fenster für den zukünftigen Raum der Stille in der Turmkapelle sein. Die Glasmalerei in beeindruckender Farbtiefe von gelb, rot und blau wird einmal eine einzigartige spirituelle Kraft entfalten. Eine künstlerische Kopie dieser Fenster ist mittlerweile auf Kunstausstellungen im In- und Ausland gezeigt worden und schließlich in die Dauerausstellung des Deutschen Glasmuseums in Linnich eingegangen.

Helfen Sie mit Ihrer Spende, das Gesamtprojekt Poensgens Madonnenfenster für Horburg wahr werden zu lassen. Ihr Name könnte in einem der kleinen grauweißen Glaselemente verewigt werden.

Gebrauchsanweisung für Lesenacht

Liebe Eltern,

wir laden nun schon zum 6. Male Kinder zu unserer Lesenacht für Kinder in die Horburger Marienkirche ein. Am Samstag, 31. August 2019, 18 Uhr, ist es wieder so weit. Und in diesem Jahr wird es auch wieder einen Kirchenschlaf geben für all die Kinder, die sich trauen.

Wir lesen für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren. Jedes Jahr sind auch Kinder, häufig Geschwisterkinder, dabei, die etwas älter oder jünger sind.

Wir empfangen die Kinder gegen 17.30 Uhr. Kinder, die nicht in der Kirche schlafen werden, können 22 Uhr abgeholt werden. Die Kinder, die in der Kirche schlafen, werden am Sonntag 10 Uhr abgeholt. Wir werden ein gesundes Abendessen und Frühstück anbieten.

Wir erbitten eonen Teilnehmerbeitrag von 2.50 EUR. Beim Empfang der Kinder hinterlassen Sie uns Informationen, so dass wir jederzeit zu Ihnen Kontakt aufnehmen können und ein ggf. Kind auch abgeholt werden könnte. Schreiben Sie uns einfach eine e-mail an info@horburger-madonna.de, wenn Sie weitere Fragen haben.

Die Kinder bringen einen Schlafsack, Isomatte (nicht zwingend), Zahnbürste, Taschen- oder Stirnlampe, Kuschelkissen und Kuscheltier mit. Handys bleiben zu Hause!

Anmeldung ist erwünscht aber nicht verpflichtend.

Wir freuen uns auf die Kinder und die gemeinsame Lesenacht.

Ihr Lesenacht-Team

Wir sagen herzlichen Dank an die Deutsche Stiftung Lesen, an den Kirchenkreis Merseburg und die Kirchgemeinde Horburg-Zweimen, die diese Lesenacht möglich machen.


Pilgerandacht in Kleinliebenau

Es ist schon guter Brauch, dass es in den Sommermonaten in der Rittergutskirche von Kleinliebenau samstags Pilgerandachten gibt. Gerne folgen wir wie jedes Jahr der Einladung des Kultur- und Pilgervereins Kleinliebenau. Und so ist der Freundeskreis Horburger Madonna als Partner auch diesmal dabei. Wir gestalten die Andacht am 3. August 2019, 18 Uhr. Alle sind herzlich willkommen!

Ich will Orgel spielen lernen

So war es gestern bei der järlich wiederkehrenden Orgelexpedition für Kinder in einem vielstimmigen Chor zu hören. Viele Kinder der Kita und der Ferienspiele waren gekommen, um Musik zu hören und Fragen über Fragen zu stellen. Der Organist, Herr Baum aus Friedersdorf, hat die Neugier und Begeisterung geweckt. Zum Schluss konnten sich die Kinder sogar vorstellen an einem schönen Sommertag drin zu sitzen und zu üben. Am Klavier versteht sich. Alle wollen nun zunächst Klavier spielen lernen, um in der sechsten Klasse an die Orgel zu kommen. Wir warten auf Euch!
Was passiert eigentlich mit der Freude, mit der Begeisterung und mit der Motivation wenn die Kinder in die Schule kommen? Hören die Eltern ihren Kindern zu? Befördern die Lehrer das Potential der Kinder? Wann erlischt die Begeisterung und warum?

Die Kinder haben gesungen und gefragt. Sie haben Pedale, Register und Tasten gedrückt. Sie haben vom Orgelbaumeister, von Bach, von der Windlade und vom Holzwurm gehört…Erst als Rammstein als Musikwunsch auftauchte, musste der Organist passen und ein erinnerungsträchtiger Vormittag ging zuende.